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    <title>Draußen im Spiegelschrank (Rubrik:Leser)</title>
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    <dc:publisher>Menotti</dc:publisher>
    <dc:creator>Menotti</dc:creator>
    <dc:date>2005-11-28T14:25:49Z</dc:date>
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    <title>Draußen im Spiegelschrank</title>
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  <item rdf:about="http://alibert.twoday.net/stories/980930/">
    <title>Bedarfsanmeldung f&amp;uuml;r einen n&amp;uuml;tzlichen Herrentitel</title> 
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    <description>Was ist ein Mann? Diese Frage stellen sich M&amp;auml;nner gelegentlich. Dann denken sie dar&amp;uuml;ber nach und kommen zu Antworten, deren Haltbarkeiten die eines &lt;a href=&quot;http://www.schimmelcam.de/archive/all/anderes/joghurt.jpg&quot;&gt;Joghurts&lt;/a&gt; nicht &amp;uuml;bersteigen. F&amp;uuml;r die jungen M&amp;auml;nner ist das unkritisch, die d&amp;uuml;rfen dar&amp;uuml;ber im Unklaren sein, die sind ja schlie&amp;szlig;lich noch am Werden, schlagen extra gro&amp;szlig;e Haken auf dem Weg in die fremde Verantwortungswelt erwachsener M&amp;auml;nner. Die &amp;auml;lteren, &amp;uuml;ber 50-J&amp;auml;hrigen haben zumeist andere Sorgen, und die homosexuellen M&amp;auml;nner stehen nochmal &lt;strike&gt;auf&lt;/strike&gt; in einem ganz anderen Blatt. Bleiben also die heterosexuellen Mittelalten, deren Fragezeichen sich keine Zeitschrift so recht annehmen mag. Gemeint sind die 30- bis 50-J&amp;auml;hrigen, mit Familie, &amp;auml;u&amp;szlig;erlich arriviert, innerlich suchend. Ihr Zustand ist der eines Expanders, rechterhand gezogen von konservativen Wirklichkeiten, linkerhand von wohl beh&amp;uuml;tetem Punk, der bekanntlich nicht tot zu kriegen ist, schon gar nicht &lt;a href=&quot;http://www.lifeblogger.de/index.php/2005/08/16/punk_is_definitely_dead&quot;&gt;damit&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So stehen sie da im Zeitschriftenkiosk, innen tobt der Krieg der Identit&amp;auml;ten, vor ihren Augen er&amp;ouml;ffnet sich das bunt gl&amp;auml;nzende Schlachtfeld der Verlage. Die rechte Hand greift nach &lt;a href=&quot;http://www.brandeins.de&quot;&gt;brand eins&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de&quot;&gt;Spiegel&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://www.gq-magazin.de&quot;&gt;GQ&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://www.menshealth.de&quot;&gt;Men&amp;#8217;s Health&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://www.mare.de&quot;&gt;Mare&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://www.heise.de/tr/&quot;&gt;Technology Review&lt;/a&gt; und &lt;a href=&quot;http://www.geo.de&quot;&gt;Geo&lt;/a&gt;, die linke schnappt sich &lt;a href=&quot;http://www.spex.de&quot;&gt;Spex&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://www.titanic-magazin.de&quot;&gt;Titanic &lt;/a&gt;und irgendwelche coolen Magazine aus UK, USA oder Frankreich. Und auf dem Weg zur Kasse wird ihnen klar, dass sie am &lt;a href=&quot;http://www.kicker.de&quot;&gt;Kicker&lt;/a&gt; und der &lt;a href=&quot;http://www.auto-motor-und-sport.de&quot;&gt;Auto Motor Sport&lt;/a&gt; auch nicht so einfach vorbei gehen k&amp;ouml;nnen. Ein h&amp;uuml;bscher Stapel wird das, und die Frage, wer das alles lesen soll, wird gar nicht erst gestellt. Immerhin, so wird wenigstens das Coachtisch-Gleichgewicht wieder hergestellt, denn da liegen ja schon ein paar &lt;a href=&quot;http://www.vogue.com&quot;&gt;Vogues&lt;/a&gt; (aus aller Herren L&amp;auml;nder), &lt;a href=&quot;http://www.harpersbazaar.com&quot;&gt;Harper&amp;#8217;s Bazaar&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://www.vanityfair.com&quot;&gt;Vanity Fair,&lt;/a&gt; &lt;a href=&quot;http://www.selfservicemagazine.com&quot;&gt;Self Service&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://www.wallpaper.com&quot;&gt;Wallpaper&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://www.anothermag.com&quot;&gt;Another Magazine&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://www.architecturaldigest.com&quot;&gt;AD&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://www.instyle.de&quot;&gt;Instyle&lt;/a&gt; und manchmal sogar die &lt;a href=&quot;http://www.glamour.de&quot;&gt;Glamour&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tats&amp;auml;chlich aber findet der Bl&amp;auml;tterrauschkauf gar nicht statt. Denn diese Neuen Mittelalten wissen nicht so genau, was sie sich leisten k&amp;ouml;nnen und wollen. Bevor sie sich belohnen, sich etwas g&amp;ouml;nnen, treten sie lieber auf die surfbrettgro&amp;szlig;e Kostenbremse und verlangen pauschale Enthaltsamkeit von der ganzen Familie. Selbst Jahre nach der Geburt des (ersten) Kindes, nach dem Berufseinstieg, nach dem Einzug in die 150qm-Altbauwohnung in &lt;a href=&quot;http://www.derclubanderalster.de/frameset_DE.html&quot;&gt;Gutb&amp;uuml;rgerhude&lt;/a&gt; fehlt Ihnen das n&amp;ouml;tige Selbstverst&amp;auml;ndnis, pendeln sie auf der Achse zwischen Bourgeoisie und Rebellion, lieb&amp;auml;ugeln mit selbst verbotenem Luxus, beargw&amp;ouml;hnen das im Herzensgrunde herbeigesehnte B&amp;uuml;rgeridyll. Dann steigen sie in ihre relativ neuen BMWs oder Volvos und freuen sich &amp;uuml;ber irgendwelchen Low-Fi-Trash auf &lt;a href=&quot;http://www.fsk-hh.org&quot;&gt;FSK&lt;/a&gt;. Oder sie schalten um auf iPod-Betrieb, um mit m&amp;uuml;hsam bewahrtem Entdeckerstolz die zuletzt vor zehn Jahren selbst aufgesp&amp;uuml;rten coolen Bands abzuspielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;200&quot; height=&quot;184&quot; title=&quot;blank&quot; class=&quot;left&quot; align=&quot;left&quot; src=&quot;http://twoday.net/static/alibert/images/kugel.jpg&quot; alt=&quot;blank&quot; /&gt;Und schon poppen sie wieder auf, die Fragezeichen: Was ist ein Mann? Bin ICH ein Mann? H&amp;ouml;ren M&amp;auml;nner &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Punk_%28Musik%29&quot;&gt;Adoleszentenkl&amp;auml;nge&lt;/a&gt;? Fahren Punks BMW? Tragen M&amp;auml;nner Chucks? Sind V&amp;auml;ter cool? Wandeln Punks auf Fischgr&amp;auml;tparkett? K&amp;ouml;nnen M&amp;auml;nner Punks sein? Sind Punks M&amp;auml;nner? Sind M&amp;auml;nner Spie&amp;szlig;er? Sind M&amp;auml;nner Machos? Fahren Spie&amp;szlig;er Skateboard? Wollen Frauen Spie&amp;szlig;er? Machen Frauen M&amp;auml;nner? K&amp;ouml;nnen Punks erfolgreich sein? Ja, ja, ja lauten all die Antworten, aber helfen tut das wenig. Was immer bleibt, ist so ein komisches Gef&amp;uuml;hl von Gebeuteltsein, so wie eine Chromkugel, die auf ihrem Weg zur&amp;uuml;ck ins ungeliebte Unterdeck eines Hightech-Flippers hunderte Mal von a nach b geschossen wird, und immer scheint sie Ja zu rufen, bei jedem Schlag. Aber sie wei&amp;szlig; genau, das bringt Punkte, jede Menge Punkte, je mehr Punkte, desto besser. Und diese Punkte stehen f&amp;uuml;r die wabernde Wucht in diesen M&amp;auml;nnern. Sie k&amp;ouml;nnen sensibel und Macho sein zugleich, sie wissen wie das geht, eigentlich. Sie k&amp;ouml;nnen Firmenchef und Skater sein, &amp;Auml;rzte und gleichzeitig Independent Rockstars. Sie k&amp;ouml;nnen sich Angst erlauben und Mut zeigen, v&amp;auml;terlich und jugendlich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber im Gegensatz zur funkelnden Flipperkugel wissen diese M&amp;auml;nner das nicht wirklich. Und selbst wenn sie es w&amp;uuml;ssten, es fehlt ein wenig der Leitfaden, der diese M&amp;auml;nner auf ihrem Wankelweg begleitet, so ein neuer, glaubw&amp;uuml;rdiger Vorschlag, eine neue Idee von einer Identit&amp;auml;t der Identit&amp;auml;ten. Diese M&amp;auml;nner sollten wissen, dass sie nicht allein sind, sie sollten diese Dialektik zelebrieren, jede dieser Identit&amp;auml;ten hegen und pflegen, um sie beizeiten wie Kampfh&amp;auml;hne aufeinander zu hetzen und feixend Wetten abzuschlie&amp;szlig;en. Was also fehlt, ist eine Zeitschrift, die sich an diese M&amp;auml;nner richtet, die erstens mit diesem Thema an sich umgeht, und zweitens all die Identit&amp;auml;ten eines Mannes mit brauchbaren Inhalten bedient:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beste neue Musik und Popkulturkritiken f&amp;uuml;r den &amp;#8222;Punk&amp;#8220;, p&amp;auml;dagogische Ideen f&amp;uuml;r den Papa, Garten- und Wohntipps f&amp;uuml;r den Spie&amp;szlig;er, Reiseberichte f&amp;uuml;r den Familienvater, Besprechungen von okayen Familienautos (oder bezahlbaren Spa&amp;szlig;, spannende Wirtschafts- und Karrieregeschichten, 70/80er Jahre-Reportagen f&amp;uuml;r Nostalgiker, Lustiges f&amp;uuml;r den Titanic-Freund, Avant Garde-Kunstkritiken f&amp;uuml;r den Kunstliebhaber (bzw. verhinderten K&amp;uuml;nstler), politische Kolumnen f&amp;uuml;r Macchiavellis oder Verschw&amp;ouml;rungsfans, Rezensionen von alten und neuen B&amp;uuml;chern und Filmen, die wirklich lohnenswert sind, neueste Spielzeuge (&lt;a href=&quot;http://www.apple.com/de/ipod/&quot;&gt;iPod &amp;amp; co&lt;/a&gt;), Fu&amp;szlig;ball-Schw&amp;auml;rmereien (WICHTIG!!) von sog. &lt;a href=&quot;http://www.metagame.net/hoeness.htm&quot;&gt;gro&amp;szlig;en Spielen&lt;/a&gt; und Hintergrundanalysen, usw..&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit anderen Worten &amp;#8211; das Beste aus den oben genannten Titeln plus die Themen Vaterschaft (z.B. &lt;a href=&quot;http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Elternschaft/s_830.html&quot;&gt;sowas&lt;/a&gt;), Familie (aber bitte einen Tick l&amp;auml;ssiger als &lt;a href=&quot;http://www.eltern.de&quot;&gt;das hier&lt;/a&gt;) und Fu&amp;szlig;ball (geht in die &lt;a href=&quot;http://www.11freunde.de&quot;&gt;richtige Richtung&lt;/a&gt;), dann haben wir genau die Zeitschrift, die ich brauche und auch kaufen w&amp;uuml;rde. Und &amp;uuml;brigens, die Autoindustrie hat uns als Zielgruppe l&amp;auml;ngst im Griff, worauf warten nur &lt;a href=&quot;http://www.bdzv.de&quot;&gt;die Verlage&lt;/a&gt;?</description>
    <dc:creator>Menotti</dc:creator>
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